Virale Transduktion von Zelllinien
Zielgruppe
Technische und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit soliden Vorkenntnissen in der Zellkultur
Inhalte/Lernziele
Die virale Transduktion stellt die wohl effizienteste Methode zum Transfer von Nukleinsäuren in eukaryotische Zellen dar. Im Gegensatz zur Transfektion, bei der Plasmide oder kurze Nukleinsäuren mit Hilfe physikalischer oder biochemischer Methoden eingeschleust werden, bedient sich die Transduktion der für Viren typischen Eigenschaft, über Rezeptoren gezielt in Wirtszellen einzudringen. Hierdurch können auch langsam wachsende oder transfektionsresistente Zellen erreicht werden. Je nach Zielsetzung werden u. a. Adeno-assoziierte Viren (AAV), Adenoviren, Herpesviren und Retroviren (Lentiviren) zum Nukleinsäuretransfer eingesetzt. Um als Vektor verwendet werden zu können, werden die Viren dabei vorher gentechnisch so verändert, dass sie sich selbst nicht weiter in den Zielzellen vermehren können (replikationsdefiziente Viren). Dieser Kurs vermittelt die theoretischen und praktischen Grundlagen der viralen Transduktion eukaryotischer Zellen und Zelllinien. Im ersten Teil werden zunächst unterschiedliche virale Vektoren im Vergleich vorgestellt. Dabei wird intensiv auf Vor- und Nachteile einzelner Vektorsysteme sowie die Optimierung der Transduktionsparameter und der Vektorproduktion eingegangen. Außerdem werden die entsprechenden Sicherheitsvorschriften für den Umgang mit viralen Vektoren besprochen. Im zweiten Teil geht es dann anhand konkreter Beispiele um das experimentelle Design und die Auswahl geeigneter viraler Systeme für verschiedene in vitro- und in vivo- Anwendungen. Parallel zur Theorie führen Sie selbständig virale Transduktionen an humanen Zelllinien mit Reportervektoren (AAV-Basis) durch, bestimmen die Transduktionseffizienz und lernen Methoden zur Gewinnung/Aufreinigung viraler Vektoren kennen.
Themenschwerpunkte
Planung, Durchführung und praktische Tipps zur viralen Transduktion von Zellinien; Aufreinigung viraler Vektoren, Umgang mit Fluoreszenzmikroskop