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Virale Transduktion von Zelllinien

Inhalte & Lernziele

Die virale Transduktion stellt die wohl effizienteste Methode zum Transfer von Nukleinsäuren in eukaryotische Zellen dar. Sie bedient sich der für Viren typischen Eigenschaft, über Rezeptoren gezielt in Wirtszellen einzudringen. Hierdurch können auch langsam wachsende oder transfektions-resistente Zellen erreicht werden. Je nach Zielsetzung werden u.a. Adeno-assoziierte Viren (AAV), Adenoviren, Herpesviren oder Retroviren (Lentiviren) zum Transfer der Nukleinsäuren eingesetzt. Die Viren werden vorher gentechnisch so verändert, dass sie sich selbst nicht weiter in den Zielzellen vermehren können (replikations-defiziente Viren). Dieser Kurs vermittelt Ihnen die theoretischen und praktischen Grundlagen der viralen Transduktion eukaryotischer Zellen und Zelllinien unter S1-Bedingungen.

Der theoretische Teil umfasst:

  • Vergleich viraler Systeme
  • Vor- und Nachteile viraler Systeme
  • Optimierung der Transduktions-Parameter und der Vektor-Produktion
  • Sicherheitsvorschriften (S1)
  • Experimentelles Design und Auswahl geeigneter viraler Systeme für Anwendungen in vitro und in vivo (AAV)

Der praktische Teil unter S1-Bedingungen beinhaltet:

  • Durchführung viraler Transduktionen an humanen Primärzellen und Zelllinien mittels Reportervektoren (AAV-Basis)
  • Bestimmung der Transduktions-Effizienz
  • Methoden zur Gewinnung und Aufreinigung viraler Vektoren

Zielgruppe

Technische und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit soliden Vorkenntnissen in der Zellkultur.

Dozent

Dipl.-Ing. (FH) Barbara Leuchs studierte Biotechnologie in Mannheim. Während der Diplomarbeit und nach dem Studium arbeitete sie in einem mittelständischen Unternehmen in der Produktion und an der Entwicklung zur Gewinnung von Diagnostika für Infektionskrankheiten. Seit 2000 leitet sie im Deutschen Krebsforschungszentrum in der Abteilung für Tumorvirologie die Virusproduktion und Entwicklungseinheit. Hier ist sie maßgeblich für die Herstellung, Aufreinigung und Analyse viraler Vektoren verantwortlich.

Dr. Bettina Füssel hat in Köln Biologie studiert und promovierte 1996 an der Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/Main auf dem Gebiet der Hirnforschung. Seit 1996 arbeitet sie am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg als wissenschaftliche Mitarbeiterin an unterschiedlichen Forschungsprojekten. Neben der Entwicklung von transgenen und knock-out Mausmodellen für verschiedene Krebserkrankungen arbeitet sie speziell an der Identifizierung von Genen, die an der Entstehung des Bronchialkarzinoms beteiligt sind.